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Heuschreckengesänge

Heuschrecken bilden in Mitteleuropa eine vergleichsweise kleine Insektengruppe, von der in Kärnten bislang – Stand 2024 – 95 Arten nachgewiesen wurden. Über 70 davon können Laute erzeugen, was im Fachjargon als Stridulation bezeichnet wird. Die Männchen sind in der Regel deutlich sangesfreudiger als die Weibchen. Sie äußern meist den sogenannten Spontangesang, der vor allem dazu dient, Weibchen anzulocken. Aber auch Werbe- und Rivalengesänge zählen zum Repertoire vieler Arten, und manche lassen im Flug sogar ein lautes Flügelschnarren vernehmen. Ein besonderer Vorteil für die Heuschreckenforschung: Jede Art verfügt über einen charakteristischen Gesang, der die Suche und Bestimmung erheblich erleichtert – ähnlich wie in der Ornithologie.

Die Gesänge vieler Heuschrecken sind für uns mit bloßem Ohr deutlich wahrnehmbar, während andere Arten nur im Ultraschallbereich stridulieren. Mit einem Ultraschall-Detektor, einem Gerät aus der Fledermausforschung, können wir diese leisen Gesänge dennoch für uns hörbar machen.

Als Ergänzung zum Buch Kärntens Heuschrecken (Wöss et al. 2025) finden sich auf dieser Website Tonaufnahmen der im Bundesland vorkommenden „singenden“ Arten. Im Buch selbst sind in den Artkapiteln QR-Codes abgebildet, die mit einem Smartphone eingescannt werden können und zum jeweiligen Gesangsbeispiel weiterleiten. Damit steht der akustischen Untermalung beim Schmökern vor dem prasselnden Kaminfeuer nichts mehr im Wege!